Sport­boot­führer­schein-Binnen und -See: Unterschiede

In diesem Blog-Artikel stellen wir die beiden Sport­boot­führer­scheine vor: Den Sport­boot­führer­schein-Binnen (SBF-Binnen) und den Sport­boot­führer­schein-See (SBF-See).

Inhalt

  • Boot fahren ohne Bootsführerschein
  • Sport­boot­führer­schein-Binnen
  • Sport­boot­führer­schein-See
  • Unterschiede der Sport­boot­führer­scheine im Überblick
  • Bodenseeschifferpatent

Das System der Bootsführerscheine in Deutschland ist komplex. Um etwas Licht ins Dunkel zu bringen, stellen wir deshalb die zwei wichtigsten Bootsführerscheine vor: Den Sport­boot­führer­schein-Binnen (SBF-Binnen) und den Sport­boot­führer­schein-See (SBF-See).

Der SBF-Binnen und der SBF-See unterscheiden sich vor allem in ihrem Geltungsbereich: Der SBF-Binnen berechtigt zum Führen eines Sportbootes auf Binnengewässern, der SBF-See auf Küstengewässern. Durch die unterschiedlichen Geltungsbereiche ergeben sich auch Unterschiede in den erlernten Fachbereichen, den Prüfungen und den Berechtigungen für das Führen von verschiedenen Fahrzeugen.

In unserem Infotext finden Sie mehr zur optimalen SBF-See/Binnen-Reihenfolge.

Boot fahren ohne Bootsführerschein

Sie benötigen nicht zwingend einen Bootsführerschein, um in Deutschland ein Boot führen zu dürfen. Ein Motorboot mit weniger als 15 PS Antriebsleistung darf auf den meisten deutschen Gewässern ohne Führerschein geführt werden. Ausgenommen davon sind der Rhein, der Bodensee und einige Gewässer unter Landesverwaltung.

Die Fahrregeln auf dem Wasser müssen aber auch ohne Bootsführerschein befolgt werden und will man ein Boot mieten, wird vom Vermieter oft ein Nachweis verlangt, dass man das Boot sicher führen kann. Viele angehende Skipper entscheiden sich deshalb dafür, einen Bootsführerschein zu machen, auch wenn sie nur führerscheinfreie Boote führen wollen.

Sport­boot­führer­schein-Binnen

Geltungsbereich

Zu den Binnengewässern zählen Flüsse, Kanäle und Seen. Diese werden unterteilt in Binnenschifffahrtsstraßen, Landesgewässer und Flussmündungen:

• Binnenschifffahrtsstraßen sind (meist) durch die Berufsschifffahrt genutzte Binnengewässer. Auf ihnen gilt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung.

• Landesgewässer sind Binnengewässer, die vor allem durch die Freizeitschifffahrt genutzt werden. Auf diesen gelten Befahrensregeln, die das jeweilige Bundesland erlassen hat. Auf einigen Landesgewässern dürfen Sie ohne Bootsführerschein mit einem Boot mit mehr als 15 PS unterwegs sein, auf anderen brauchen Sie bereits mit weniger als 15 PS einen Schein. Auf wiederum anderen Landesgewässern ist das Segeln nur mit dem SBF-Binnen unter Segel erlaubt.

• Auf Flussmündungen in die Nord- und Ostsee gilt die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Für diese Gebiete benötigen Sie den SBF-See.

SBF-Binnen unter Motor

Der SBF-Binnen unter Motor berechtigt zum Führen von Booten mit einem Motor mit mehr als 15 PS Antriebsleistung und einer Maximallänge von 20 Metern auf deutschen Binnenschifffahrtsstraßen. Auch wenn ein Boot nur unter Segel geführt wird, aber einen Motor mit mehr als 15 PS Antriebsleistung besitzt, ist der SBF-Binnen unter Motor Pflicht.

Eine Ausnahme bildet der Rhein. Auf diesem ist der SBF-Binnen unter Motor bereits ab mehr als 5 PS vorgeschrieben.

SBF-Binnen unter Segel

Auf den Gewässern in Berlin und Brandenburg ist der SBF-Binnen unter Segel zum Führen eines Segelbootes ab 6 m2 Pflicht. Auf den meisten Binnengewässern dürfen Segelboote ansonsten führerscheinfrei geführt werden.

Sie können sich mit unserem Onlinekurs und den mobilen Apps auf die Prüfung zum Sportbootführerschein-Binnen vorbereiten.

Sport­boot­führer­schein-See

Geltungsbereich

Der Sport­boot­führer­schein-See befähigt den Besitzer dazu, auf Seeschifffahrtsstraßen ein Sportboot mit mehr als 15 PS Antriebsleistung zu führen. Anders als beim SBF-Binnen gibt es beim SBF-See keine Maximallänge für das Sportboot.

Seeschifffahrtsstraßen sind Gewässer bis 3 Seemeilen vor der Küste, bezeichnete Fahrwasser in der 12- Meilen-Zone sowie die Flussmündungen in die Nord- und Ostsee.

Den SBF-See gibt es nur in einer Ausführung. Es wird beim SBF-See nicht zwischen Motor und Segel unterschieden, weil er nur für Boote mit Motor vorgeschrieben ist. Segelboote ohne Motor dürfen an der Küste führerscheinfrei geführt werden. Verfügt ein unter Segel geführtes Boot aber über einen Motor mit mehr als 15 PS Antriebsleistung, ist der SBF-See vorgeschrieben.

Unterschiede der Sport­boot­führer­scheine im Überblick

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Bodenseeschifferpatent

Für den Bodensee haben sich die drei Staaten Deutschland, Österreich und die Schweiz auf spezielle Regelungen, insb. strengere Umweltvorschriften, geeinigt. Deshalb gibt es für den Bodensee einen weiteren amtlichen Bootsführerschein: Das Boden­see­schiffer­patent.

Dieses wird benötigt, um ein Boot mit mehr als 6 PS oder ein Segelboot mit mehr als 12 m2 Segelfläche zu führen. Obwohl der Bodensee ein Binnengewässer ist, haben Sie durch den SBF-Binnen auf dem Bodensee keine Berechtigung zum Führen eines führerscheinpflichtigen Bootes.

Besitzen Sie den SBF-Binnen und möchten danach das Bodenseeschifferpatent erwerben, müssen Sie zusätzlich eine theoretische und eine praktische Prüfung ablegen. Wenn Sie aber das Bodenseeschifferpatent besitzen und später den SBF-Binnen erlangen möchten, erhalten Sie gegen eine Gebühr und ohne zusätzliche Prüfung den Sport­boot­führer­schein-Binnen.

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